Fangarten

Ringwaden

Das Fischen mit Ringwaden-Netzen ist zweifellos die teuerste Fangmethode, da sie auf Gefrierschiffe angewiesen ist, die bis zu 100 Meter lang sein können und eine große Finanzinvestition voraussetzen (ein einzelnes Gefrierschiff kann bis zu 40 Millionen Euro kosten). Trotz des hohen Preises ist dies aber auch die modernste Methode, die den Thunfisch am besten frisch hält. Sobald der Thunfisch gesichtet wird, lassen die großen Schiffe ein kleines Beiboot ins Wasser (Jolle), das als Fixpunkt für das riesige Nylonnetz dient (bis zu 2 Kilometer lang und 500.000 Euro teuer). Mithilfe eines Kreismanövers führt das Schiff die zwei Enden des Netzes zusammen. Durch anschließendes Zuziehen des Netzbodens formt sich eine Art Beutel (die sogenannte Wade). Das Netz wird dann zum Hauptschiff geschleppt, aus dem Wasser gehoben und die Fische in großen Fangkörben zu 700 bis 800 Kilogramm an Bord gezogen. Dort werden sie in Tanks mit einer Kapazität von jeweils 100 Tonnen umgefüllt. Diese Fässer enthalten gekühltes Meerwasser (+4 °C), welches die Temperatur der Thunfische (ursprünglich rund 36 °C) in 24 bis 48 Stunden herunterkühlt. Anschließend wird das Meerwasser abgelassen und die Fässer stattdessen mit einer gesättigten Salzlake gefüllt. Diese Salzwasserlösung bleibt sogar bei Temperaturen bis -18 °C flüssig, während der Thunfisch gefriert. Wenn die Salzlake abgelassen wird, verwandelt sich der Tank in eine Gefriertruhe, die den Fisch mit aller erforderlichen, hygienischen Sicherheit konserviert und die Histaminbildung verhindert. All dies passiert auf ein und demselben Schiff. Die Fische werden nicht auf Gefrier-Transportschiffe verladen, was Hygiene und Rückverfolgbarkeit sicherstellt. Tatsächlich ist das sogenannte „Umladen“ vom einen Schiff zum anderen sogar verboten.

Angel und Leine

Pole and Line ist eine fast handwerkliche Methode, bei der jeder Thunfisch einzeln mit der Angel gefangen wird. Bei dieser traditionellen Fangmethode verzichtet man auf die Verwendung von Netzen. Sie wird in Küstennähe praktiziert, weshalb man mit ihr hauptsächlich Skipjack bzw. Thunfisch, der maximal 20 Kilogramm wiegt, fängt. Die Fischer „bewaffnen“ sich mit den speziellen Angelruten und fahren mit Booten in die Gebiete, in denen die Thunfisch-Schwärme leben. Dort werfen sie dann kleine Köderfische (hauptsächlich Sardinen) ins Wasser und erzeugen mithilfe eines Druckschlauchs Wasserwirbel. Dann werden die Angelleinen ins Wasser gelassen. Abgelenkt durch das aufgewühlte Wasser, schnappen die Thunfische nach den Ködern und werden an Bord gezogen, wo die Mannschaft den Fang auf Eis konserviert. So gefangener Thunfisch wird auf den Märkten hauptsächlich frisch oder tiefgekühlt verkauft.

Es wird deutlich, dass jede der hier erläuterten Fang-Techniken so praktiziert wird, dass sie der Gefährdung der Hygiene bestmöglich vorbeugt. Diese Risiken steigen stark an, je „handwerklicher“ die Fangmethode ist.